Die Kirche zum hl. Gebhard liegt im Südwesteck der 1209 erstmals urkundlich erwähnten Burganlage der Montforter auf dem Schloss- oder Pfannenberg über steilabfallendem Felsabhang gegen das Rheintal, an der Südostseite im Verbund mit der Burgmauer. 1400 stifteten Graf Wilheml IV. und Graf Hugo von Montfort die Georgspfründe auf Hohenbregenz; 1605/08 und 1612/14 wurde die Anlage von Giovanni Domenico Prato mit Portalen und Basteien befestigt. Nach der Zerstörung des Schlosses Hohenbregenz durch die Schweden am 8. März 1647 kam die Ruine 1659 in den Besitz der Stadt Bregenz. Um 1670 ist hier eine Eremitenzelle nachweisbar. Die 1723 geweihte Kapelle wurde 1742 vergrößert, 1754 mit dem zweistöckigen Wohnhaus (Gasthaus) verbunden und schließlich 1756 mit dem Hochaltar erneut geweiht. 1760 erfolgte die Weihe der beiden Seitenaltäre, 1764 die Erhebung des Gotteshauses zur Kuratienkirche. Die Einrichtung kam 1788 u.a. nach Scheffau, Buch, Opfenbach und in die Pfarrkirche St. Gallus in Bregenz. Nach dem Brand von 1791 erfolgte vom 25. Juli bis zum 27. August 1791 der Neubau, der 1795 konsekriert wurde. 1820 wurde der Glockenturm über der Westfassade errichtet, 1895 der Innenraum mit neuen Wand- und Gewölbemalereien geziert. 1977 erfolgte eine Gesamtrestaurierung.

Die Gebhardskirche, die in den mittelalterlichen Bestand des Palas eingebaut wurde, ist eine einschiffige Anlage mit eingezogenem, gerade abschließendem Chor unter einem gemeinsamen Satteldach. Am Chor ein polygonaler Erker auf drei- und vierfach gekragten Konsolen mit Rechteckfenster in Rundbogenlaibung; an der Westfassade rundbogiges Sandsteinportal unter einem Vordach. Die Nordwand zeigt noch gotische Rechteckfensternischen, ein Spitzbogenportal mit leichter Abfasung, eingelassenen Angelvertiefungen und leerem Wappenschild im Scheitel und eine gefaßte, mit Kielbogenform gezierte Fensternische. An der Südwand befindet sich die angebaute Sakristei und der Aufgang zur Empore.
Das vierjochige Langhaus ist mit einer Stichkappenflachtonne auf Gebälkstücken ohne Pilasterunterbau gewölbt. An den eingezogenen Chorbogen fügt sich ein zweijochiger Chorraum mit geradem Abschluß und Stichkappentonnengewölbe an. Hinter dem Altar schließt sich emporenartig gegen Osten eine kreuzgratgewölbte Kapelle an.
Die Fenster mit gedrücktem Bogenabschluss sind von Stuckprofilrahmen umschlossen, in den Fensterlaibungen mit Stuckrosetten geziert. Im Westen befindet sich die Empore auf zwei Säulen mit drei gedrückten Bogenstellungen.
Die malerische Ausstattung erfolgte 1895/96 durch Hans Martin aus München (Dekoration) und Gebhard Fugel aus München (Bildthemen). Sie zeigt im Chor den Kirchenpatron St. Gebhard mit der Ansicht von Bregenz und dem Gebhardsberg, in den Stichkappenzwickeln Symbole wie Baum, Schaf, Hahn und Delphin; am Chorbogen das Lamm Gottes mit musizierenden Engeln; im Langhausgewölbe die Darstellungen: Gebhards Eintritt in die bischöfliche Schule des hl. Konrad in Konstanz, die Grundsteinlegung des Klosters Petershausen (hier bez.: Gebhard Fugel 1896), die Heimkehr Gebhards aus Rom mit den Reliquien des hl. Papstes Gregor I.; in den rechten Stichkappenzwickeln Szenen aus dem Leben des Heiligen, wie Priester- und Bischofsweihe; in den linken Zwickeln der segnende Gebhard, der Tod des Heiligen und das Begräbnis.
Hochaltar, um 1795: Viersäulenaufbau mit geradem, verkröpftem Gebälk, Aufsatz mit Rundbogenabschluß. Das Gemälde des ehem. Hochaltares schildert die Geburt des hl. Gebhard mit Vater Ulrich und Mutter Dietburga von Franz Xaver Drexel aus Konstanz, 1762, die Figuren stellen Papst Gregor und Bischof Ulirch dar.
Am linken Seitenaltar (Zweisäulenaufbau) befindet sich das Gemälde der Maria von Gebhard Flatz, 1829 (Geschenk des Künstlers).
Am rechten Seitenaltar: Das Gemälde Jesus als Kinderfreund von Gebhard Flatz 1832 (Stiftung der Stadt Bregenz).
An der Nordseite der Kirche außen Statue von M. Stengele, Konstanz, gestiftet 1987.
Kreuzwegstationen:Gipsreliefs in Vierpässen. An der rechten Langhauswand Statue des hl. Gebhard, M. 18. Jh.
Gert Ammann
aktualisiert um 16:14 Uhr am 2. Juni 2009


